„Wir wollen das Maximale herausholen“
Sandro Plechaty spricht über das Potenzial im Kickers-Kader, seine Lieblingsposition und das Heimspiel gegen den SV Todesfelde
Sandro Plechaty musste sich lange gedulden. Während seine neuen Teamkollegen in der Sommervorbereitung Trainingseinheiten abspulten und Testspiele bestritten, war der 29-Jährige zum Zuschauen gezwungen. Eine hartnäckige Adduktorenverletzung setzte den Neuzugang von Weiche Flensburg wochenlang außer Gefecht. Am fünften Spieltag stand er dann erstmals im Kader von Kickers Emden. Zu einem Einsatz reichte es im Derby bei Atlas Delmenhorst noch nicht. Dafür gab es in der Schlussphase des Auswärtsspiels beim Bremer SV am 6. September den lang ersehnten Moment: Plechaty wurde in der 76. Minute eingewechselt und stand erstmals im Kickers-Trikot auf dem Rasen.
Foto: Jens Doden
Inzwischen hat er fünf Partien bestritten, die letzten beiden jeweils über 90 Minuten. Beim 5:0 gegen Schöningen und dem 2:0 bei St. Pauli II agierte er als Rechtsverteidiger - und stellte vor allem in Norderstedt am vergangenen Samstag seine Offensivqualitäten unter Beweis. Die Führung durch Theo Schröder bereitete Plechaty vor, nach der Pause hatte er zwei gute Chancen auf sein erstes Tor für die Emder.
Mit 29 Jahren ist Sandro Plechaty nicht nur der älteste Akteur im Kickers-Kader, sondern auch der erfahrenste: So absolvierte er bereits 172 Regionalliga-Partien und lief für Rot-Weiss Essen auch schon 24 Mal in der 3. Liga auf. Mit uns hat Plechaty über seinen Start bei Kickers, das Potenzial in der Mannschaft, seine Lieblingsposition und das Heimspiel gegen den SV Todesfelde (Samstag, 18 Uhr, Ostfriesland-Stadion) gesprochen.
Sandro Plechaty über…
…die ersten Monate in Emden:
Ich habe mich super eingelebt und fühle mich sehr wohl in Emden. Es macht riesigen Spaß, mit der Mannschaft und dem Trainerteam zusammenzuarbeiten. Natürlich wünscht man sich als ältester Spieler, so schnell wie möglich auf dem Platz stehen zu können und die Jungs zu unterstützen. Die Verletzung war aber keine Kleinigkeit, deshalb musste ich mich leider ein wenig länger gedulden, als vorgesehen war.
…seine Gefühlslage nach den letzten Spielen:
Ich genieße es sehr, zurück auf dem Platz zu sein. Jede Minute hilft mir, fitter zu werden, die Abläufe reinzubekommen und langsam wieder meine Topform zu erreichen, damit ich der Mannschaft bestmöglich helfen kann.
Foto: Tobias Bruns
…das Potenzial im Kickers-Kader:
Wir haben eine sehr junge, hungrige und wissbegierige Mannschaft, mit der es einfach nur Spaß macht. Für uns geht es darum, dass wir uns individuell und als Team weiterentwickeln. Diese Fortschritte muss man letztlich auch von außen erkennen. Ich glaube, in uns steckt sehr viel Potenzial - und wir wollen das Maximale herausholen.
…seinen Offensivdrang als Rechtsverteidiger und seine Lieblingsposition:
Die Frage wurde mir in letzter Zeit sehr oft gestellt. Ich bin offensiv ausgebildet worden, deshalb macht mir das Spiel nach vorne am meisten Spaß. Auf den Flügeln oder im offensiven Mittelfeld fühle ich mich besonders wohl. Ich habe sehr, sehr gerne den Ball, setze meine Mitspieler in Szene, möchte gefährliche Aktionen kreieren, Tore vorbereiten und selbst schießen.
Am Ende spiele ich aber da, wo mich der Trainer aufstellt und glaubt, dass ich den größten Mehrwert für die Mannschaft bringen kann. Wichtig ist, dass ich dem Team helfen kann, die Position ist mir dann egal. Ich habe in meiner Karriere schon viele Spiele als Rechtsverteidiger bestritten. Da kommt es auch darauf an, wie diese Rolle interpretiert wird. Bei uns ist die Position offensiv ausgerichtet, es passt also ganz gut.
Foto: Jens Doden
…das Auswärtsspiel bei St. Pauli II:
Das war definitiv keine einfache Partie, weil sie sehr lange offen war. Mich hat es besonders gefreut, dass wir zum zweiten Mal in Folge ohne Gegentor geblieben sind. In dem Bereich haben wir noch viel Entwicklungspotenzial und müssen uns immer weiter verbessern. Bei St. Pauli II haben wir als Mannschaft wieder kompakter verteidigt und weniger zugelassen. Das ist für mich ein positives Zeichen.
…den SV Todesfelde, der als Tabellenletzter in Emden antritt:
Uns erwartet eine schwierige Aufgabe. Wir müssen uns auf einen Gegner einstellen, der sehr tief stehen, auf unsere Fehler lauern und versuchen wird, zu kontern. Wir werden viel Ballbesitz haben und müssen sehr geduldig sein.
…die Faktoren für einen Heimsieg:
Wir spielen zu Hause und haben unsere Fans im Rücken. Wir müssen an unsere Leistungsgrenze gehen, kompakt stehen und dürfen nur wenige Chancen zulassen. Wenn wir die Möglichkeiten, die wir bekommen, effektiv nutzen, bin ich fest davon überzeugt, dass wir auch dieses Spiel gewinnen werden.
