„Wir müssen eine Reaktion zeigen - auch für die Fans“
Jamil Najjar will sich mit Kickers gegen Tabellenführer Schöningen für die deutliche Pleite in Drochtersen rehabilitieren
Das 2:8 hat Spuren hinterlassen. „Die Niederlage tat auch am Tag danach noch sehr weh“, sagt Jamil Najjar. Der Abwehrspieler von Kickers Emden erlebte die deutliche Pleite in Drochtersen am Dienstagabend von der ersten bis zur letzten Sekunde auf dem Rasen mit. Danach herrschten bei Najjar und seinen Teamkollegen Enttäuschung, Frust und Fassungslosigkeit. „Es war ein rabenschwarzer Tag. Bei uns hat gar nichts geklappt, bei Drochtersen dagegen alles. Ich kann mir nicht erklären, woran es gelegen hat.“
Die Aufarbeitung der Niederlage begann bereits kurz nach dem Schlusspfiff. „Wir haben nach dem Spiel mit dem Trainer darüber gesprochen und am Mittwoch noch mal“, sagt Najjar. „Und wir als Mannschaft haben uns auch ohne das Trainerteam zusammengesetzt.“ Das gemeinsame Fazit: „Alle sind sich einig, dass das ein Ausrutscher war, der uns niemals mehr passieren darf“, sagt der 23-Jährige. „Jetzt dürfen wir den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern müssen weitermachen.“
Foto: Jens Doden
Die kommende Aufgabe wird für die Ostfriesen nicht unbedingt einfacher: Auf das ernüchternde Auswärtsspiel bei Titelkandidat Drochtersen/Assel folgt am Samstagabend ein Heimspiel - gegen den bislang ungeschlagenen Tabellenführer FSV Schöningen (18 Uhr, Ostfriesland-Stadion). „Sie sind aktuell sehr gut in Form, das wird schwer“, sagt Najjar. „Wir müssen aber eine Reaktion auf die 2:8-Niederlage zeigen und wollen das Ergebnis geraderücken - natürlich auch für die Fans.“
Vor der Pleite am Dienstag waren die Ostfriesen fünf Spiele in Folge ungeschlagen und hatten sich in den vergangenen Partien auch defensiv deutlich stabilisiert. „Da sah es schon viel besser aus“, so Najjar. Der gelernte Innenverteidiger agierte seit dem Derby in Delmenhorst am fünften Spieltag auf einer für ihn ungewohnten Position: im defensiven Mittelfeld. „Ich muss noch viel dazulernen, weil ich zum ersten Mal in meinem Leben als Sechser spiele“, sagt der 23-Jährige. „Aber es macht mir Spaß - und ich glaube, es hat bisher auch ganz gut geklappt.“
Foto: Jens Doden
Nach dem Ausfall von Fabian Herbst und der Sperre von Peer Mahncke rückte Najjar in Drochtersen zunächst wieder in die Innenverteidigung. „Am Ende ist es mir egal, auf welcher Position ich spiele. Ich möchte der Mannschaft einfach bestmöglich helfen.“ Gut möglich, dass Najjar am Samstag wieder in der Mittelfeld-Zentrale an der Seite von Bogdan Shubin auflaufen wird. Der Auftrag an die ganze Mannschaft ist klar: „Wir müssen es wieder schaffen, defensiv stabil zu stehen.“
Der Spitzenreiter aus Schöningen zeichnet sich in dieser Spielzeit vor allem durch gute Abwehrarbeit aus. Vier ihrer Spiele gewann die FSV zu null, in den übrigen Partien kassierte sie lediglich sieben Gegentreffer. Ihre Qualität bewies die Mannschaft aus dem Landkreis Helmstedt zudem bereits in zwei Topspielen. So gab es Heimsiege gegen den VfB Oldenburg (1:0) und Weiche Flensburg (2:1).
Foto: Jens Doden
„Jeder von uns muss gegen den Tabellenführer sein Maximum geben. Wenn uns das gelingt, bin ich zuversichtlich, dass wir punkten werden“, so der 23-Jährige. „Unser Vorteil ist, dass wir immer in der Lage sind, einige Tore zu schießen.“ Die offensive Qualität und die defensive Stabilität aus den Spielen vor der 2:8-Pleite sollen die Grundlage für eine neue Serie bilden.
Und dann wäre da ja noch der Emder Wunsch nach Wiedergutmachung. „Wir müssen alles besser machen als in Drochtersen. Das ist ein kompletter Neuanfang“, sagt Najjar. „Wir spielen in unserem Stadion, vor unseren Fans - da müssen wir einfach brennen und mit allem, was wir haben, verteidigen.“
