„Müssen uns auf unsere Stärken konzentrieren“
Mika Eickhoff traf in zwei Pflichtspielen gegen seinen Ex-Verein Werder Bremen II zweimal / Nächstes Duell am Mittwochabend
Mika Eickhoff muss grinsen, wenn er auf den nächsten Gegner von Kickers Emden angesprochen wird. „Die Spiele gegen Werder Bremen sind für mich immer etwas Besonderes“, sagt der 22-Jährige. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe. Eickhoff wurde in der Jugend des Bundesligisten ausgebildet, lebt auch heute noch in der Stadt. Mit der U23 spielte er in seinem ersten Herrenjahr (Saison 2022/23) in der Regionalliga Nord. Im Sommer 2024 wechselte der Offensivmann dann vom Osterdeich nach Ostfriesland. „Es spielen noch einige Bekannte und Freunde dort, deshalb freue ich mich sehr auf das Spiel“, sagt er vor der Partie zwischen Kickers und Werder II am Mittwochabend (19 Uhr, Ostfriesland-Stadion).
Im Trikot der Emder hat sich der 22-Jährige inzwischen den Ruf als „Werder-Schreck“ erarbeitet – denn er trifft liebend gerne gegen seinen Ex-Klub. In zwei Pflichtspielen gegen die Bremer erzielte Eickhoff zwei Tore – eines davon zum 1:1-Endstand im Hinspiel. Auch in zwei Testspielen gegen die U23 und die Werder-Profis gelangen Emdens Nummer 8 zwei Treffer. „Vielleicht ist die Vorfreude auch deshalb so groß.“
Foto: Jens Doden
Eickhoff versprüht mit Blick auf die kommende Aufgabe Optimismus - Optimismus, den die Emder in ihrer aktuellen Situation gut gebrauchen können. Zuletzt verlor Kickers drei Spiele in Serie und erzielte dabei keinen eigenen Treffer. Der negative „Höhepunkt“ war das 0:1 gegen die U23 des FC St. Pauli im Jubiläumsspiel vor 4900 Zuschauern am Samstag. „Die Fans haben eine besondere Choreo auf die Beine gestellt und ordentlich Stimmung gemacht“, so Eickhoff. „Leider konnten wir auf dem Rasen nichts zurückgeben. Uns haben die letzte Entschlossenheit und der letzte Wille gefehlt. Es war insgesamt einfach zu wenig.“
Eine deutliche Steigerung ist also nötig, um das Duell der Tabellennachbarn (Kickers 12., Werder 11.) für sich zu entscheiden. „Es wird wichtig sein, dass wir uns wieder mehr auf unsere Stärken konzentrieren“, sagt der 22-Jährige. „Wir müssen aggressiver und körperlicher auftreten als zuletzt.“
Foto: Jens Doden
Die Ostfriesen treffen am Mittwoch auf einen Gegner, der in diesem Kalenderjahr erst ein Spiel verloren hat (1:2 beim SV Meppen). Die Bremer feierten aber auch erst einen Sieg - und teilten sich fünfmal die Punkte. „Werder hat eine spielstarke Truppe, die wir nicht zur Entfaltung kommen lassen dürfen“, sagt Eickhoff und ergänzt: „Man darf sie nie abschreiben.“ Das bewiesen die Bremer in den vergangenen Wochen eindrucksvoll. So bezwang Werder das Topteam aus Drochtersen durch ein Tor von Kevin Manthey in der vierten Minute der Nachspielzeit mit 1:0.
An Ostern lagen die Grün-Weißen bei Eintracht Norderstedt zur Pause mit 0:2 zurück - es folgte klassischer „Werder-Wahnsinn“. Safa Yildirim (82.) und Luca Höcker (90./+5) sicherten ihrem Team noch einen Zähler. Auch an der Lübecker Lohmühle holte Bremen am vergangenen Sonntag durch ein spätes Tor noch ein Remis: Der VfB führte ab der 9. Minute mit 1:0, ehe Christian Stark in der 88. Minute der 1:1-Endstand gelang.
Foto: Jens Doden
Aus Emder Sicht wird es am Mittwoch also darauf ankommen, bis zur letzten Sekunde hochkonzentriert zu agieren. Nach drei Spielen ohne eigenes Tor wird aber auch viel von der Offensive abhängen. „Wir müssen unsere Chancen einfach besser nutzen“, sagt Kreativspieler Eickhoff. Dass es Gelegenheiten geben wird, ist bei zwei Werder-Gegentoren pro Spiel im Schnitt nicht unwahrscheinlich.
Wer für Kickers gegen Werder II treffen könnte? Das liegt beim Blick auf die Statistik der vergangenen Duelle relativ nah. „Ich würde mich sehr freuen, wenn ich der Mannschaft mit einem Tor helfen könnte“, sagt Mika Eickhoff. Der 22-Jährige hat natürlich die persönliche Serie gegen seinen Ex-Verein im Kopf. Und vielleicht auch sein letztes Erfolgserlebnis. Beim 1:0-Sieg der Ostfriesen in Flensburg erzielte der Offensivmann Ende November 2025 das Tor des Abends. Es war der letzte von drei Eickhoff-Treffern, die auswärts zu Punkten geführt haben. Auf einen vergleichbaren Moment im Ostfriesland-Stadion wartet er in dieser Spielzeit noch. Aber sein „Lieblingsgegner“ reist auch erst am Mittwochnachmittag an.
