„Müssen den Flow mitnehmen“
Ole Kühling erzielte gegen Jeddeloh sein erstes Tor für Kickers und hofft auf den nächsten Sieg in Drochtersen
Ole Kühling hob den Zeigefinger, drehte jubelnd ab und machte einen Luftsprung, ehe er von seinen Mitspielern beglückwünscht wurde. Der Abwehrspieler von Kickers Emden erzielte im Heimspiel gegen den SSV Jeddeloh das zwischenzeitliche 3:0. Nach einer Hereingabe von Jamil Najjar köpfte Kühling die Kugel unhaltbar für Torhüter Moritz Onken ins Netz.
Für den 19-Jährigen war es die Torpremiere im Kickers-Trikot. In der zweiten Halbzeit verpasste der Defensivspezialist seinen zweiten Kopfballtreffer. Dafür bereitete er per Flanke noch den 4:1-Endstand durch Theo Schröder vor und gehörte insgesamt zu den herausragenden Akteuren auf dem Rasen.
Foto: Jens Doden
Kühling war im Sommer von der U19 des 1. FC Union Berlin nach Ostfriesland gewechselt. In der Auftaktpartie beim HSC Hannover wurde er nach 45 Minuten eingewechselt. Seitdem verpasste der 19-Jährige keine Sekunde mehr, stand in der Regionalliga zuletzt siebenmal in Folge in der Startelf.
Auch im Viertelfinale des Niedersachsenpokals bei der SV Drochtersen/Assel Mitte August durfte Kühling von Beginn an ran - und trug seinen Teil zum 4:2-Erfolg der Emder und dem damit verbundenen Einzug ins Halbfinale bei. Am Dienstagabend gibt es für die Ostfriesen ein Wiedersehen mit dem Pokalgegner: Kickers tritt ab 19.30 Uhr erneut im Kehdinger Stadion an.
Foto: Jens Doden
Mit uns hat Ole Kühling über die Aufgabe beim hoch gehandelten Team aus dem Landkreis Stade, die Bedeutung seines ersten Treffers und seinen Offensivdrang gesprochen.
Ole Kühling über…
…sein erstes Tor für Kickers:
Es war ein schöner Ball von Jamil, den ich am zweiten Pfosten perfekt ins lange Eck köpfen konnte. Als Verteidiger kommt es ja nicht so häufig vor, dass man trifft. Deshalb habe ich mich sehr darüber gefreut.
…die Bedeutung des Treffers:
Das Tor bedeutet mir wirklich viel. Es war nicht nur der erste Treffer für Kickers, sondern auch mein allererstes Tor im Herrenbereich. Das ist schon etwas ganz Besonderes.
Foto: Jörn Hessel
…seinen Offensivdrang als Innenverteidiger:
Dass ich auch noch einen Assist zum Sieg beisteuern konnte, ist natürlich umso schöner. Unsere Spielweise kommt uns Abwehrspielern da schon entgegen. Der Trainer will, dass wir nach vorne verteidigen. Wenn wir dann einen Ball gewinnen, kommt es schon mal vor, dass Peer oder ich uns ins Umschaltspiel einschalten und ein Sechser hinter uns absichert.
Eigentlich spiele ich schon mein ganzes Leben als Innenverteidiger. Aber früher, also zu meinen Anfangszeiten als kleiner Junge, war ich Stürmer. Vielleicht kam in mir unterbewusst die Torgier von damals wieder zum Vorschein.
Foto: Jens Doden
…den Auftritt gegen Jeddeloh:
Wir haben ein solides Spiel gemacht. Gerade die erste Halbzeit war echt gut - mit Ausnahme der letzten Situation, als wir nicht mehr wach waren und das Gegentor kassiert haben. Das darf uns einfach nicht passieren, solche Szenen müssen wir künftig besser verteidigen. Nach der Pause wollten wir noch mehr Kontrolle reinbringen. Ich hatte auch nach der Roten Karte für Peer nie das Gefühl, dass das Spiel noch kippen könnte.
Foto: Jens Doden
…die SV Drochtersen/Assel:
Drochtersen zeichnet eine hohe individuelle Qualität aus. Sie haben einen sehr guten Kader mit starken Einzelspielern. Gerade ihre Offensive muss man da hervorheben.
… die Chancen auf den nächsten Sieg in Drochtersen:
Wir haben schon einmal in Drochtersen gewonnen und genug Qualität, um das noch mal zu schaffen. Wir sind seit fünf Spielen ungeschlagen. Wenn wir den Flow aus den letzten Partien mitnehmen, bin ich mir sicher, dass es eine gelungene Auswärtsfahrt wird.
