„Ich möchte das Vertrauen mit Leistung zurückzahlen“
Jannes Warnken über sein erstes Heimtor, seine Entwicklung und das Spiel bei seinem Ex-Verein Werder Bremen II
Viel Zeit zum Jubeln nahm sich Jannes Warnken nicht. Der 20-Jährige ballte die Fäuste, klatschte mit Luc Ihorst ab und machte sich auf den Weg zur Mittellinie. Warnken hatte sein erstes Tor für Kickers Emden im Ostfriesland-Stadion erzielt und damit die Aufholjagd gegen Phönix Lübeck eingeleitet. Nach seinem 1:2 in der 55. Minute drängten die Ostfriesen im Laufe der zweiten Hälfte auf den Ausgleich - und wurden in der fünften Minute der Nachspielzeit durch Sandro Plechaty belohnt.
Das 2:2 erlebte Jannes Warnken auf dem Rasen mit. Entsprechend groß war die Freude über den späten Ausgleich - und über seinen eigenen Treffer. Für den defensiven Mittelfeldspieler war es im fünften Startelfeinsatz (Regionalliga und Pokal) bereits das zweite Saisontor. Am Samstag winkt dem 20-Jährigen der nächste Einsatz von Beginn an - und damit ein ganz besonderer. Warnken tritt mit Kickers bei der U23 von Werder Bremen an, seinem Ex-Verein.
Mit uns hat Jannes Warnken über das für ihn spezielle Duell, seinen ersten Treffer im Ostfriesland-Stadion und seine persönliche Entwicklung als einer der jüngsten Spieler im Kickers-Kader gesprochen.
Foto: Jens Doden
Jannes Warnken über…
…seinen ersten Treffer im Ostfriesland-Stadion:
Michael hat den weiten Einwurf gut festgemacht und sauber auf mich abgelegt. Dann habe ich die Lücke gesehen und den Schuss präzise ins Eck gesetzt. Das Tor fiel kurz nach dem 0:2 zu einem psychologisch wichtigen Zeitpunkt. So ein direkter Gegenschlag bewirkt etwas beim Gegner. Auch wir haben dadurch gemerkt: Es geht was, wir sind direkt wieder dran. Für mich persönlich war es ein schönes Gefühl, nun auch vor heimischer Kulisse zu treffen. Die Spiele im Ostfriesland-Stadion machen mir wegen der tollen Atmosphäre generell viel Spaß. Es ist umso schöner, dass ich der Mannschaft mit dem Tor helfen konnte.
…seine Eindrücke zum 2:2 gegen Lübeck:
Wir sind nicht gut reingekommen, waren anfangs zu weit weg vom Gegner und hatten zu große Abstände. So war es für Phönix leicht, die individuellen Qualitäten auszuspielen - da hat einfach die Balance in unserem Spiel gefehlt. In der zweiten Halbzeit konnten wir uns nach dem zweiten Gegentreffer steigern, haben uns ins Spiel reingekämpft und mit einer gewissen Zielstrebigkeit nach vorne gespielt. Am Ende haben uns die Zuschauer nach vorne gepeitscht und wir haben es geschafft, den Fans mit dem Last-Minute-Ausgleich etwas zurückzugeben. Ich glaube, dass der Ausgleich wegen der kämpferischen Teamleistung im zweiten Durchgang verdient war, denn von Phönix kam zum Schluss auch nicht mehr viel. So konnten wir ein positives Gefühl aus dem Spiel mitnehmen.
…seine bisherige Spielzeit in dieser Saison:
Ich bin glücklich, dass ich bis jetzt schon eine ordentliche Anzahl an Spielminuten sammeln konnte. Genau das habe ich mir von dem Schritt nach Emden erhofft. Die Einsätze geben mir Selbstvertrauen und nur durch diese Spielpraxis entwickle ich mich als junger Spieler weiter. Trotzdem bin ich noch lange nicht zufrieden. Ich möchte mich hier mittelfristig als Stammspieler etablieren, mich sportlich weiterentwickeln und das Vertrauen mit Leistung zurückzahlen.
Foto: Jens Doden
…die Vorfreude auf das Wiedersehen mit seinem ehemaligen Verein:
Das ist ganz klar ein besonderes Spiel für mich. Ich kehre nach zehn Jahren bei Werder Bremen zum ersten Mal an meine alte Wirkungsstätte zurück. Bei Werder habe ich in all den Jahren auf und neben dem Platz sehr viel gelernt, bin als Spieler und Mensch enorm gewachsen. Deshalb freue ich mich, zurückzukehren und viele bekannte Gesichter wiederzusehen. Ich bin auch gespannt, wie es am Platz 11 aussieht. Nach den Umbauarbeiten ist dort ja vieles neu. Am Ende ist es für mich aber auch ein ganz normales Ligaspiel, in dem es um drei Punkte geht. Das wollen wir als Mannschaft unbedingt gewinnen.
…die Stärken des aktuellen Tabellen-15.:
Wie die meisten U-Mannschaften ist auch Werder ein spielstarkes Team, das möglichst viel Ballbesitz haben und dominant auftreten möchte. Die Bremer werden versuchen, sich mit mutigem, offensivfreudigem Kombinationsfußball viele Torchancen herauszuarbeiten. Ich glaube aber, dass der Druck nach dem bisherigen Saisonverlauf auch bei Werder liegt. Da bin ich gespannt, wie die jungen Spieler damit umgehen.
…die Faktoren für einen Auswärtssieg:
Wir müssen von Anfang an wach sein, brauchen eine gewisse Kompaktheit und dürfen dem Gegner vor allem in den Zweikämpfen nicht zu viel Raum geben, um sich zu entfalten. In Fußballsprache: einfach eklig und griffig sein, damit Werder den Kombinationsfußball nicht zur Geltung bringen kann. Zudem müssen wir zielstrebig nach vorne spielen und sauber im eigenen Ballbesitz sein. Wenn uns das gelingt, haben wir gute Chancen, das Spiel für uns zu entscheiden.
