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Foto: Jens Doden

Regionalliga
Sonntag, 05.04.2026 20:01 Uhr | Ingo Poppen

„Ein ganz normales Spiel, das ich mit Kickers gewinnen will“

Emanuel Adou tritt mit den Emdern am Montag bei seinem Ex-Verein Phönix Lübeck an

Als Emanuel Adou den Platz im Stadion am Panzenberg am Donnerstag verließ, waren noch rund 30 Minuten zu spielen. Beim Stand von 2:0 für den Bremer SV waren die Hoffnungen des Allrounders von Kickers Emden auf zumindest einen Zähler noch berechtigt. Doch nach zwei weiteren Gegentreffern in den Schlussminuten war die höchste Saisonniederlage der Ostfriesen besiegelt. Es war zudem die erste Pleite seit dem 18. Oktober 2025. „Das 0:4 hat mich schon ein, zwei Tage beschäftigt“, sagt der 24-Jährige. „Wir hatten uns viel vorgenommen, konnten aber leider nicht an die Leistungen aus den vergangenen Spielen anknüpfen. Das ist sehr bitter.“

Der Frust ist inzwischen verflogen, bei Adou herrscht wieder Optimismus. „Das Gute im Fußball ist: Man kann es relativ schnell wieder besser machen.“ Für die Emder bedeutet das: Vier Tage nach dem 0:4 von Bremen haben sie die Chance zur Wiedergutmachung. Kickers tritt am Ostermontag (14 Uhr) zum Nachholspiel bei Phönix Lübeck an - dem Ex-Verein von Emanuel Adou. „Es sind zwar nicht mehr viele meiner früheren Mitspieler da, aber natürlich freue ich mich, ein paar alte Bekannte wiederzusehen“, sagt er. Insgesamt absolvierte der vielseitig einsetzbare 24-Jährige in der vergangenen Spielzeit 30 Partien für die „Adler“ - unter anderem das DFB-Pokalspiel gegen Borussia Dortmund (1:4).

Foto: Jens Doden

Dennoch blieb ihm bei Phönix meist nur die Reservistenrolle. Beim BSV hingegen erarbeitete sich Adou auf Anhieb einen Stammplatz. Er bestritt 20 Begegnungen für die Ostfriesen und stand dabei 19 Mal in der Startelf. „Am Ende ist es für mich ein ganz normales Spiel, in dem ich mit Kickers drei Punkte holen will.“

Während die Emder in diesem Kalenderjahr zwei von vier Partien gewinnen konnten und eben nur eine Niederlage kassierten, warten die Lübecker noch auf das erste Erfolgserlebnis 2026. Phönix verlor gegen die Top-Teams aus Meppen (0:4), Drochtersen (0:2) und Oldenburg (1:3) und holte beim Bremer SV (1:1) und in Norderstedt (1:1) jeweils einen Zähler. Besonders bitter: Bei der Eintracht führte Lübeck durch einen Treffer von Benjamin Luis (16.) am vergangenen Mittwoch lange mit 1:0. Der Ausgleich fiel erst in der vierten Minute der Nachspielzeit - durch einen Foulelfmeter. Dadurch verlängerte sich die Sieglos-Serie auf neun Spiele. Der letzte Erfolg gelang am 1. November 2025 beim 2:0 gegen die FSV Schöningen.

Foto: Jens Doden

Ex-Adler Adou warnt jedoch davor, sich zu sehr von den Resultaten blenden zu lassen: „Ich sehe das eher als kleine Ergebnisdelle. Man darf Phönix auf keinen Fall unterschätzen oder abschreiben“, sagt er. „Die Mannschaft spielt guten Fußball, hat starke Einzelspieler und in den vergangenen Jahren gezeigt, dass sie oben mitspielen kann“, so Adou. „Gerade deshalb erwarten wir eine Reaktion von ihnen - vor allem zu Hause. Darauf müssen wir vorbereitet sein.“

Der Kickers-Allrounder hofft natürlich trotzdem darauf, dass die Ostfriesen in Schleswig-Holstein eine neue Serie starten können. „In Bremen sind wir sehr schlecht in die zweite Halbzeit gekommen, haben zu viele Fehler gemacht und dadurch den Zugriff verloren“, sagt er. „In Lübeck müssen wir wieder zu dem Spiel zurückfinden, das uns in den neun Partien davor stark gemacht hat: kompakt stehen, griffig sein und in den Zweikämpfen eklig auftreten.“

Mit dem vierten Auswärtssieg der Saison könnte Kickers bis auf drei Punkte an die Lübecker heranrücken. „Damit das klappt, müssen wir unsere Chancen besser ausspielen und konsequent nutzen“, so Adou. „Wenn jeder seine Duelle annimmt - defensiv wie offensiv - haben wir gute Chancen auf etwas Zählbares.“ Und Emanuel Adou beste Aussichten auf eine erfolgreiche Dienstreise in die eigene Vergangenheit.