„Dürfen den HSV nicht ins Spiel kommen lassen“
David Schiller tritt mit Kickers am Sonntag bei der U21 des Bundesligisten an
David Schiller musste seit seinem Geniestreich am Mittwochabend viele Glückwünsche beantworten. „Es kamen schon einige Nachrichten“, sagt der Stürmer. „Das freut mich, denn es war ja auch kein alltägliches Tor.“ Im Gegenteil: Schillers 34. Treffer im 96. Pflichtspiel für Kickers Emden war ein ganz besonderer Hingucker.
Einen Kopfball von Werders Abwehrspieler Mats Heitmann nahm Schiller kurz hinter der Mittellinie mit der Brust an, ließ die Kugel einmal aufspringen und zog dann volley ab. Mit diesem Kunstschuss ließ er dem verdutzten Keeper Stefan Smarkalev keine Chance. „Ich war schon ein wenig überrascht, dass ich den Ball so gut getroffen habe“, sagt er und lächelt. „Aber ich wollte ihn genau so reinmachen.“
Es war nicht das erste Mal, dass Schiller im Kickers-Trikot ein Treffer der Marke „Tor des Monats“ gelang. Im Oberliga-Auswärtsspiel bei Eintracht Celle (4:0) am 28. März 2024 brachte Emdens Nummer 9 die Ostfriesen per Hacke mit 1:0 in Führung.
Foto: Jens Doden
Das 40-Meter-Tor am Mittwochabend war der krönende Schlusspunkt des überzeugenden 4:0-Erfolgs gegen Werder Bremen II - dem ersten Sieg nach zuvor drei Pleiten in Serie. „Die Erleichterung war sehr groß“, so Schiller. „Wir haben ein gutes Spiel gemacht, waren präsent in den Zweikämpfen und haben die Fehler der Bremer eiskalt ausgenutzt.“
Das galt besonders für David Schiller, der an drei von vier Treffern beteiligt war. Mit einem weiten Einwurf in den Fünfmeterraum hatte der 27-Jährige das 1:0 durch Tido Steffens eingeleitet. Eine direkte Vorlage verbuchte der Stürmer vor dem 3:0 durch Mika Eickhoff - und zweieinhalb Minuten später erzielte er das schönste seiner sieben Saisontore. „Ich glaube, dieser Sieg gibt uns noch mal Schwung für die letzten Spiele“, sagt er.
Sechs Partien stehen für das Kickers-Team in dieser Spielzeit noch an. Die nächste Aufgabe heißt am Sonntag ab 16 Uhr Hamburger SV II. Die U21 der Rothosen verlor nur zwei ihrer acht Begegnungen in diesem Kalenderjahr - bei den Topteams in Meppen (0:2) und Jeddeloh (0:1). „Da kommt die nächste fußballerisch starke Mannschaft auf uns zu“, so Schiller. „Sie werden auf Kunstrasen vor allem spielerische Akzente setzen wollen, da müssen wir gegenhalten.“
Foto: Jens Doden
An das Hinspiel im Ostfriesland-Stadion dürften sich Schiller und Co. nur ungerne erinnern. Kickers führte dank der Tore von Theo Schröder und Mika Eickhoff nach 47 Minuten mit 2:0. 30 Minuten später stand es 3:2 für den HSV. Dank eines Traumtores von Michel Eickschläger glichen die Emder kurz vor Schluss zum 3:3 aus (87.). Hamburgs Niklas Tuppeck schockte die Emder dann mit dem 3:4 in der vierten Minute der Nachspielzeit.
So reisen die Ostfriesen am Sonntagmorgen mit einer offenen Rechnung im Gepäck in Richtung Hansestadt. „Für uns wird es darauf ankommen, körperlich voll da zu sein“, sagt David Schiller. „Wir dürfen den HSV nicht ins Spiel kommen lassen und müssen an die Leistung aus dem Werder-Spiel anknüpfen.“ Für den Stürmer wird es auch darum gehen, seine Scorer-Bilanz im 97. Pflichtspiel für Kickers Emden weiter auszubauen - egal ob per Einwurf, mit der Hacke oder einem Schuss aus 40 Metern.
