Zwei Führungen verspielt: Kickers verliert 2:3 bei Werder II
Emder seit vier Spielen ohne Sieg / Ihorst-Doppelpack beim Ex-Verein
Die Enttäuschung war groß bei den Fußballern von Kickers Emden. Zweimal hatten sie am Samstagnachmittag auf Platz 11 nahe des Bremer Weserstadions geführt. Der Doppelpack von Luc Ihorst bei seinem Ex-Verein reichte den Ostfriesen am Ende aber nicht einmal zu einem Punkt. Kickers verspielte beide Führungen, kassierte sogar noch ein drittes Gegentor und verlor die Partie bei der U23 von Werder Bremen mit 2:3. Während die Emder nun seit vier Spielen auf einen Sieg warten, feierte der Werder-Nachwuchs den ersten Heimsieg in dieser Spielzeit.
„Wir haben dumme Fehler gemacht und die Tore hergeschenkt“, sagte Trainer Björn Lindemann. „Phasenweise hatten wir das Spiel gut unter Kontrolle. Aber es waren einfach zu viele Momente dabei, in denen wir zu unkonzentriert waren.“
Seiner Mannschaft war vor 450 Zuschauern ein Traumstart gelungen. Sandro Plechaty gewann den Ball kurz hinter der Mittellinie und spielte Ihorst die Kugel in den Lauf. Der Stürmer behielt frei vor Bremens Keeper Stefan Smarkalev die Ruhe und schob überlegt zum 0:1 ein (9.). „Wir sind sehr gut reingekommen und haben das gespielt, was wir wollten“, so Lindemann.
Zwar traf Werder-Kapitän Mats Heitmann mit einem Schuss den Pfosten (20.), doch auch die Emder waren nah dran am nächsten Treffer. Eine Ecke von Moritz Busch köpfte Marvin Benjamins ebenfalls an den Pfosten (24.).
Die Ostfriesen schienen die knappe Führung mit in die Halbzeit zu nehmen. „Aber es passt zu uns, dass wir den Ball dann einfach zum Gegner spielen“, sagte Lindemann. Der Emder Coach meinte die Szene, die in der 43. Minute zum überraschenden Bremer Ausgleich führte: Benjamins spielte unbedrängt einen Querpass in Richtung eigenes Tor. Statt eines Mitspielers stand dort nur Princewill Mbock, der die Einladung annahm und zum 1:1 traf. „Solche Unkonzentriertheiten dürfen einfach nicht passieren“, so Lindemann.
Benjamins hätte seinen Fehler kurz nach Wiederbeginn beinahe vergessen gemacht, scheiterte nach einer Plechaty-Flanke aber an Smarkalev (51.). Auf der Gegenseite verhinderte Kickers-Torhüter Luca Petzold gegen Arian Römers das 2:1 (51.).
Kurz darauf hatten die Emder zum zweiten Mal an diesem Nachmittag Alu-Pech: Ein Zuspiel von Plechaty nahm Ihorst direkt - die Kugel landete an der Unterkante der Latte und sprang ins Feld zurück (58.). Drei Minuten später führte die Kombination aus Plechaty und Ihorst dann zum 2:1 aus Emder Sicht. BSV-Kapitän Peer Mahncke hatte einen Freistoß in der eigenen Hälfte schnell ausgeführt und damit Plechaty auf der rechten Seite geschickt. Nach dessen scharfer Hereingabe erzielte Emdens Nummer 14 Saisontor Nummer 14 (61.).
„Danach hatten wir die Kontrolle zurück, haben uns dann aber auf ein wildes Spiel eingelassen und sind hektisch geworden“, sagte Lindemann. Ein ruhender Ball brachte den Bremern schließlich den Ausgleich. Römers verwandelte eine Ecke mit links direkt zum 2:2 (69.). „Da haben wir uns nicht gewehrt und nicht mit allem, was wir haben, verteidigt“, ärgerte sich der Kickers-Coach.
Werder wirkte vom Ausgleich beflügelt und Soylu krönte einen Sololauf in den Emder Strafraum mit einem Schuss an den Innenpfosten - 3:2 (79.). Beinahe wäre Michael Igwe die direkte Antwort gelungen, sein Schuss nach einer erneuten Plechaty-Vorlage strich aber knapp am langen Pfosten vorbei (83.). Matti Tjaden scheiterte aus kurzer Distanz an Smarkalev (88.), ein Igwe-Treffer wurde wegen eines Stürmerfouls zurückgepfiffen (90.+2).
Damit war die Niederlage besiegelt. „Der Abstand nach unten ist nicht mehr groß“, sagte Trainer Björn Lindemann. „Wir müssen aufpassen, da nicht reinzurutschen, das ist nicht unser Anspruch.“ Die Aufgaben werden indes nicht unbedingt leichter. Am kommenden Samstag tritt Kickers bei Tabellenführer Weiche Flensburg an.
