Kickers kassiert 1:2-Heimpleite gegen Todesfelde
0:2 nach 51 Minuten / Ihorst erzielt Anschlusstreffer
Die Regionalliga-Aufsteiger liegen Kickers Emden in dieser Saison einfach nicht. Die Ostfriesen kassierten gegen den SV Todesfelde am Samstagabend die zweite Heimniederlage in dieser Saison - zum zweiten Mal gegen einen Neuling. Nach dem Eimsbütteler TV (3:2) am 15. August freute sich nun der SV Todesfelde über den ersten Auswärtssieg. Das Team aus dem Kreis Segeberg reiste als Tabellenletzter nach Emden. Mit im Gepäck: fünf Niederlagen in Serie und ein Torverhältnis von 5:22. Dieser Trend setzte sich im Ostfriesland-Stadion nicht fort - im Gegenteil. Todesfelde gewann mit 2:1 und feierte nach dem Abpfiff eine ausgiebige Kabinenparty.
„Das haben wir uns heute ganz anders vorgestellt“, sagte Kickers-Trainer Björn Lindemann. „Todesfelde hat uns vor große Probleme gestellt. Aber bei unseren Jungs hat auch ein bisschen gefehlt. So darf man nicht auftreten.“
Foto: Jens Doden
Den Emdern gehörten in der Anfangsphase die besseren Gelegenheiten: Nick Stepantsev zielte nach einer feinen Einzelaktion über das Tor (3.). Nach einem Querpass von Matti Tjaden klärte SVT-Akteur Christian Rave im letzten Moment vor dem einschussbereiten Luc Ihorst (15.). Auch ein Stepantsev-Kopfball nach Flanke von Toshiaki Miyamoto verfehlte das Ziel (24.). „Insgesamt hat uns Zielstrebigkeit gefehlt - und der letzte Wille, auch mal einen Abschluss zu nehmen“, so Lindemann.
Auf der anderen Seite bewahrte Kickers-Torhüter Luca Petzold seine Mannschaft im direkten Duell mit Etienne Sohn vor dem Rückstand (21.). Beim nächsten ernsthaften Torschuss der Gäste war Petzold dann machtlos: Benjamin Petrick zog aus 16 Metern ab, der Ball wurde abgefälscht und landete zum 0:1 im Netz (29.).
Bis zur Pause hatten beide Teams noch zwei gute Chancen: Emdens Kapitän Fabian Herbst scheiterte an SV-Keeper Fabian Landvoigt (34.), Bogdan Shubin schoss am Kasten vorbei (44.). Und Luca Petzold parierte gegen Noel Denis (35.) und war nach einer Flanke von Denis ebenfalls zur Stelle (45.+1).
Die zweite Hälfte begann für die Emder mit dem nächsten Rückschlag. Nach einem Zuspiel von Petzold vertändelte Shubin den Ball. Todesfeldes Routinier Mirko Boland schaltete schnell und chippte die Kugel über Petzold hinweg zum 0:2 ins Tor (51.). „Ich hatte eigentlich gedacht, dass wir diese einfachen Fehler im Spielaufbau abgestellt haben“, sagte Lindemann. „Leider ist uns da wieder einer passiert.“
Die Gäste hätten sogar noch erhöhen können. Erst klärte Herbst nach einem Lupfer von Sohn auf der Linie (68.), dann erkannte Schiedsrichter Lukas Benen das vermeintliche 0:3 wegen eines Handspiels nicht an. Nach einem Schuss von Janek Sternberg hatte Sohn den Ball mit dem Arm berührt (69.).
Foto: Jens Doden
Kickers blieb im Spiel - und kam zum Anschluss. Semin Kojic bediente Luc Ihorst, der aus der Drehung zum 1:2 traf (75.). Anschließend drängten die Ostfriesen auf den Ausgleich. Ein Shubin-Schuss wurde abgeblockt (79.). Danach rückte SVT-Schlussmann Landvoigt in den Mittelpunkt. Der Keeper parierte die Abschlüsse von Kojic (81.) und Marvin Benjamins (85.) glänzend und verhinderte den Ausgleich. Die letzte Chance auf das 2:2 vergab Peer Mahncke, der in der Nachspielzeit nur das Außennetz traf (90.+1). So blieb es beim 1:2 und der zweiten Emder Heimpleite gegen einen Aufsteiger.
Foto: Jens Doden
Lob vom Trainer gab es an diesem Abend nur für die Fans. „Die Kulisse war toll, die Stimmung einfach super“, sagte Björn Lindemann. „Deshalb tut die Niederlage heute doppelt weh.“ Was die Atmosphäre angeht, bekamen die Emder nach dem Abpfiff vor Block 5 noch einen Vorgeschmack auf das Derby beim VfB Oldenburg. „Wir wollen den Derbysieg“, skandierten die Anhänger und machten deutlich, wie wichtig das Prestigeduell am kommenden Sonntag im Marschwegstadion für sie ist. „Uns erwartet ein tolles Spiel, das etwas einfacher wird als das heute“, so Lindemann. „Aufstehen, weiter geht’s.“
