2:0 - Kickers feiert zweiten Sieg in Serie
Schröder trifft gegen seinen Ex-Klub St. Pauli II / Warnken erzielt sein erstes Regionalliga-Tor
Alle wollten sie ihn herzen. So verschwand Jannes Warnken kurz nach seinem Treffer in einer blau-weißen Jubeltraube. „Das ist ein unglaubliches Gefühl“, sagte der 20-Jährige. „Es war mein erstes Tor im Herrenbereich, mein erstes Tor für Kickers.“ Nach einem Eckball von Nick Stepantsev stieg Warnken am Fünfmeterraum hoch und köpfte den Ball zum 2:0 für die Emder ins Netz (62.). „Es freut mich für Jannes, dass ihm ein Tor gelungen ist“, sagte Kickers-Trainer Björn Lindemann. „Der Treffer fiel für uns zu einem wichtigen Zeitpunkt.“
Mit seinem Tor belohnte Warnken im Auswärtsspiel beim FC St. Pauli II nicht nur sich selbst, sondern auch seine Mannschaft für eine Drangphase nach der Pause. Sandro Plechaty hatte nach einem Konter knapp am langen Eck vorbeigezielt (51.) und war nach einem Solo an St. Pauli-Keeper Niklas Petzsch gescheitert. Der Schlussmann lenkte die Kugel gerade noch so an die Latte (62.). Sekunden später folgte die Ecke, die zum 2:0 aus Emder Sicht führte. Dabei blieb es bis zum Abpfiff. Kickers feierte den zweiten Sieg in Folge und blieb zum zweiten Mal in dieser Saison ohne Gegentor. „Wir wollten den Sieg unbedingt“, sagte Lindemann. „Kämpferisch war es eine super Leistung. Man sieht, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“
Foto: Jens Doden
Das Resultat und sein persönliches Erfolgserlebnis zauberten Jannes Warnken ein Lächeln ins Gesicht. „Ich bin überglücklich“, sagte er. „Es freut mich, dass wir gewonnen haben und ich meine Leistung mit dem Tor krönen konnte.“ Der 20-Jährige war für den gelbgesperrten Jamil Najjar in die Startelf gerutscht und überzeugte im defensiven Mittelfeld neben Bogdan Shubin. „Wir wussten, was Jannes kann“, sagte sein Trainer. „Er hat heute viele gute Sachen gemacht und sein Potenzial abgerufen“, so Lindemann. „Natürlich kann er noch Dinge verbessern, aber wir bauen ihn in Ruhe auf.“
Für den 20-Jährigen endete sein zweiter Startelf-Einsatz in dieser Regionalliga-Saison deutlich fröhlicher als die Premiere Mitte August: Im Heimspiel gegen Eimsbüttel hatte Warnken nach einer Notbremse noch vor der Pause die Rote Karte gesehen. „Wir waren heute in den Zweikämpfen wacher und insgesamt zielstrebiger als St. Pauli“, sagte er. „Es war ein wichtiger Auswärtssieg, um am oberen Tabellendrittel dranzubleiben.“
Eingeleitet wurde der Erfolg mit einem „Ausgerechnet-Moment“. Theo Schröder traf nach einem hohen Ball von Plechaty mit einem Schuss ins lange Eck zum 1:0 für die Emder (17.). Ausgerechnet Schröder, der ehemalige St. Paulianer. Der Stürmer hatte wenig später eine weitere gute Chance, zielte aber über den Kasten (25.).
Foto: Jens Doden
Die beste Möglichkeit der Gastgeber vergab Haron Sabah in der 39. Minute. Nach einer Flanke von Jack Wardius stand Sabah frei vor dem Kickers-Tor, schob die Kugel aber links vorbei. Ein Versuch von Wardius verfehlte ebenfalls das Ziel (43.). Mit der letzten Aktion der ersten Hälfte war Schröder auf der anderen Seite auf und davon, wurde wegen eines vermeintlichen Handspiels aber zurückgepfiffen (45.+4).
Die zweite Halbzeit begann mit der nächsten Chance für Sabah. Eine Flanke von Joel Addo landete beim auffälligen Offensivmann, der den Ball nicht kontrollieren konnte und über das Tor schoss (48.). „In ein paar Situationen hatten wir Glück, dass wir kein Gegentor kassiert haben“, sagte Warnken. „Insgesamt haben wir es aber sehr gut wegverteidigt.“
Nach der Emder Drangphase, die der Mittelfeldspieler mit dem 2:0 belohnte, lag der Kickers-Fokus vor allem auf der defensiven Stabilität. „Wir haben St. Pauli gut von unserem Tor weggehalten und wenig zugelassen“, sagte Lindemann. Die beste Gelegenheit der Gastgeber in der Schlussphase vergab Marwin Schmitz, der mit einem Freistoß an Luca Petzold scheiterte (89.). Der Kickers-Keeper faustete den Ball weg und blieb damit zum zweiten Mal in Folge ohne Gegentor.
Björn Lindemann sorgte kurz nach dem Abpfiff im Mannschaftskreis für den dritten Emder Jubelschrei an diesem Nachmittag: Der Kickers-Trainer gab seinem Team nach dem zweiten Sieg in Serie zwei Tage frei.
