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Foto: Jens Doden

Regionalliga
Samstag, 12.09.2026 | Ingo Poppen

Ihorst-Doppelpack beim Emder 4:1 gegen Jeddeloh

Kickers feiert zweiten Heimsieg / Rot für Mahncke

Björn Lindemann beobachtete die Feierlichkeiten vor Block 5 aus der Entfernung. Der Trainer von Kickers Emden sah seine Mannschaft, die sich mit den Fans über einen 4:1-Erfolg gegen den SSV Jeddeloh freute. Es war der zweite Heimsieg der Ostfriesen - und „ein ganz besonderer für mich“, wie Lindemann sagte. „Natürlich freue ich mich, dass ich gegen meinen alten Verein gewonnen habe.“

Der 42-Jährige hatte die Ammerländer in der vergangenen Spielzeit überraschend auf Platz vier in der Regionalliga und zum NFV-Pokalsieg geführt. Durch die Niederlage bei Lindemanns neuem Team rutschte der SSV am Samstagabend auf den letzten Tabellenplatz ab.

„Es tut mir leid, dass sie da stehen, wo sie aktuell stehen“, so Lindemann. „Aber es ist viel Kopfsache, das war bei uns am Anfang genauso.“ Inzwischen ist Kickers seit fünf Spielen ungeschlagen. In der Regionalliga holten die Ostfriesen aus vier Partien acht Punkte, zudem gewannen sie das NFV-Pokal-Viertelfinale in Drochtersen. „Wir haben heute ein sehr gutes Spiel gemacht. Die Jungs verstehen sich immer besser, die Abläufe passen besser - das merkt man.“

Foto: Jens Doden

Und so gab es beim Wiedersehen der Ex-Jeddeloher und ehemaligen Emder gleich mehrere Premieren. Da wäre zum Beispiel Luc Ihorst, der jedes seiner acht Saisontore auswärts erzielt hatte. Nach starker Vorarbeit von Nick Stepantsev hatte der Stürmer freie Bahn, ließ Ex-Kickers-Keeper Moritz Onken keine Chance und erzielte sein erstes Pflichtspieltor im Ostfriesland-Stadion (28.).

Das erste direkte Duell hatte Onken noch für sich entschieden und einen Ihorst-Schuss pariert (15.). Wenig später hatte Semin Kojic Pech, dass er nach einer Flanke von Toshiaki Miyamoto nur die Latte traf (16.). Zudem zielte Stepantsev mit einem Freistoß am Kasten vorbei (22.). Doch auch Jeddeloh spielte nach vorne. Kamer Krasniqi scheiterte an Emdens Torhüter Luca Petzold (23.). Nach dem 1:0 von Ihorst verfehlte ein Versuch von Robin Krolikowski das Ziel (29.). Auch nach einer Flanke von der linken Seite war Petzold zur Stelle (34.).

Ein Zweikampf zwischen Kojic und Ismail H’Maidat im Mittelfeld läutete die spektakuläre Schlussphase der ersten Halbzeit ein. Nachdem Schiedsrichter Tom-Leon Bender (Osnabrück) auf Foul von H’Maidat entschieden hatte, konnte sich der SSV-Akteur verbal nicht zurückhalten. Er bekam die Gelbe Karte, meckerte unvermindert weiter - und sah Sekunden danach Gelb-Rot. „Es ist eine Katastrophe, dass wir uns damit selber schaden“, sagte SSV-Trainer Kristian Arambasic.

Für die Gäste kam es noch schlimmer. Zunächst traf Marvin Benjamins nur die Unterkante der Latte (41.). Dann foulte Tom Kanowski Ayukayoh Mengot im Strafraum - und Ihorst verwandelte den fälligen Elfmeter sicher zum 2:0 (43.). In der Nachspielzeit der ersten Hälfte dann die nächste Premiere an diesem Abend: Ole Kühling erzielte nach Flanke von Jamil Najjar per Kopf das 3:0. Es war sein erstes Tor im Kickers-Trikot (45.+2). „Damit war das Spiel durch“, so Arambasic. Die erste Halbzeit war aber noch nicht vorbei: Kanowski nutzte eine Nachlässigkeit in der Emder Defensive und traf zum 3:1 (45.+3).

Foto: Jens Doden

Nach Wiederbeginn verpassten Benjamins (52.), Ihorst (53.) und Kühling (60.) den vierten Treffer, ehe aus der Emder Überzahl wieder Gleichzahl auf dem Platz wurde. Nach einem Foulspiel von Najjar waren Kickers-Kapitän Peer Mahncke und Jeddelohs Kingsley Marcinek verbal aneinandergeraten. Der SSV-Akteur sah Gelb - und Mahncke Rot (64.). „Ich soll ihm an den Hals gefasst haben“, sagte Mahncke. Die Argumentation des Unparteiischen lässt sich mit den Bewegtbildern aus dem Livestream nicht eindeutig belegen. Trotzdem musste der fassungslose Emder Innenverteidiger den Rasen verlassen.

Drei Minuten später sorgte der eingewechselte Theo Schröder mit einem Kopfball-Aufsetzer nach Kühling-Hereingabe für das 4:1 (67.). SSV-Abwehrmann Philip Gramberg hätte mit einem Freistoßknaller beinahe den zweiten Treffer für sein Team erzielt, traf aber nur die Latte (70.). Auf der anderen Seite vergaben auch die Emder noch Gelegenheiten zu weiteren Toren.

Foto: Jens Doden

Am Ende blieb es beim 4:1-Erfolg, den die Kickers-Spieler ausgiebig mit ihren Fans feierten. Björn Lindemann beobachtete die Szenen aus der Entfernung und genoss den Sieg gegen seinen Ex-Verein. „Bei meiner Mannschaft ist eine Weiterentwicklung zu erkennen“, sagte der Emder Coach. „Wir wollen auch am Dienstag in Drochtersen weiter auf unserer Welle reiten und in der Tabelle klettern.“