„Unsere Qualität wird für einen Heimsieg ausreichen“
Semin Kojic hofft auf drei Punkte gegen den SSV Jeddeloh / Besondere Partie für das Emder Trainerteam
Semin Kojic wurde erst nach dem Spiel so richtig bewusst, was für ein Premierentreffer ihm da gelungen war. „In dem Moment ging alles so schnell. Ich habe nur gesehen, dass der Kopfball von Mengot bei mir landen würde“, sagt er. „Dann habe ich zweimal überlegt, ob ich ihn annehme.“ Der Stürmer von Kickers Emden entschied sich gegen die sichere Variante und für die Volleyabnahme. „Den Ball musste ich direkt nehmen.“ Kojic traf die Kugel aus 16 Metern perfekt und erzielte das sehenswerte 1:1 beim Bremer SV. „Zum Glück war es die richtige Entscheidung“, sagt er. „Ich bin überglücklich, dass es endlich mit meinem ersten Tor für Kickers geklappt hat - und es dann noch so ein schönes war.“
Foto: Jens Doden
Der Ausgleich setzte bei den Ostfriesen Kräfte frei. Acht Minuten später stand es nach einem Doppelpack von Luc Ihorst 3:1 aus Emder Sicht. „Das 1:1 hat der Mannschaft noch mal einen Push gegeben“, so Kojic. „Das freut mich natürlich besonders.“ Am Ende feierte der Offensivmann mit Mitspielern und Fans einen 3:2-Erfolg - und damit den ersten Auswärtssieg der Saison. „Wir haben in der ersten Halbzeit schon sehr erwachsenen Fußball gespielt“, sagt Kojic. „Nach dem 3:2 wurde es noch mal eng. Insgesamt war es aber eine ordentliche Leistung, die wir mit einem verdienten Sieg gekrönt haben.“
Daran wollen die Emder am Samstag anknüpfen, wenn der SSV Jeddeloh im Ostfriesland-Stadion antritt (18 Uhr). „Es wird ein besonderes Spiel“, weiß auch Kojic. „Vor allem für unser Trainerteam.“ Kickers-Coach Björn Lindemann und seine Assistenten Marc Jamieson und Robin Döge treffen auf ihren Ex-Verein - und die Partie hält noch weitere „Wiedersehen“-Momente parat. Mit Pascal Steinwender, Moritz Onken und Niklas von Aschwege treten auch drei ehemalige Kickers-Spieler mit den Ammerländern in Emden an. Steinwender und Onken feierten mit Kickers im Sommer 2024 den Aufstieg in die Regionalliga.
Foto: Jens Doden
Apropos feiern: Jeddeloh erlebte bereits am 23. August das Spiel der Saison. Im DFB-Pokal überraschte der Regionalligist mit einem 5:2-Erfolg gegen Bundesliga-Absteiger 1. FC Heidenheim. Bei diesem Coup standen auch die Ex-Emder im Mittelpunkt: Keeper Onken parierte einen Elfmeter, von Aschwege hielt die Defensive zusammen - und „Calli“ Steinwender war an vielen gefährlichen Offensivaktionen beteiligt.
In der Liga läuft es für den letztjährigen Überraschungs-Vierten noch nicht rund. Mit vier Punkten aus sieben Partien rangieren die Ammerländer auf Tabellenplatz 17. Am Mittwochabend schied der SSV durch ein 0:1 gegen die FSV Schöningen zudem aus dem NFV-Pokal aus. „Wir dürfen Jeddeloh keinesfalls unterschätzen“, sagt Semin Kojic. „Sie haben einen Zweitligisten deutlich geschlagen, außerdem möchte sich jeder gegen Kickers von der besten Seite zeigen. Das wird alles andere als einfach.“
Foto: Jens Doden
Schwierig gestalteten sich für den 21-Jährigen auch die ersten Wochen in Emden. „Ich war alleine in einer neuen Stadt, in einer neuen Wohnung“, sagt er. „Das war nicht so leicht, aber ich habe mich schnell zurechtgefunden. Mit den Jungs habe ich mich auf Anhieb gut verstanden, wir sind schnell zu einem Team geworden“, so Kojic. „Ich bin überglücklich, nach Emden gewechselt zu sein.“
Nach einem 45-Minuten-Auftritt beim 4:4 in Hannover und drei Einwechslungen stand der Stürmer zuletzt viermal in Folge von Beginn an auf dem Rasen. „Das ist eine große Anerkennung für mich“, sagt er. „Natürlich möchte ich der Mannschaft etwas bieten, wenn ich schon von Anfang an spiele.“ Gegen Jeddeloh soll das nicht anders sein. „Es wird wichtig sein, dass wir direkt aggressiv auftreten und unsere Zweikämpfe gewinnen“, so Kojic. „Wir sind Kickers Emden und müssen uns vor keinem Gegner verstecken. Wenn wir die Basics auf den Platz bringen, bin ich mir sicher, dass unsere Qualität für einen Heimsieg ausreicht.“
Der 21-Jährige hat seine Qualitäten im Abschluss zuletzt beim Sieg in Bremen bewiesen. „Mein erstes Tor hat eine besondere Bedeutung für mich. Darauf habe ich sieben Spieltage gewartet.“ So lange soll es bis zum nächsten Treffer keinesfalls dauern. „Ich habe das Gefühl, dass der Knoten geplatzt ist und ich weniger Druck habe.“ Das klingt nach guten Vorzeichen für den nächsten Kojic-Treffer - vielleicht ja schon am Samstagabend im Ostfriesland-Stadion.
