Kickers dreht Rückstand und feiert 3:2-Auswärtssieg
Kojic trifft traumhaft, Ihorst schnürt 100-Sekunden-Doppelpack
Bis zur 75. Minute sah es für die Fußballer von Kickers Emden nach einem tristen Nachmittag aus. Die Ostfriesen waren nach einem eigenen Eckball vom Bremer SV ausgekontert worden und mit 0:1 in Rückstand geraten (56.). Mit Beginn der Schlussviertelstunde köpfte Ayukayoh Mengot den Ball vor die Füße von Semin Kojic. Der 21-Jährige nahm die Kugel aus 17 Metern volley und traf traumhaft zum 1:1. Dank eines 100-Sekunden-Doppelpacks von Luc Ihorst stand es 3:1 für Kickers (81./83.). Die Emder kassierten zwar noch das 3:2 durch Denis Koldzic, brachten den knappen Vorsprung aber über die Zeit.
So bejubelten die Ostfriesen nach dem Abpfiff mit den Fans ihren ersten Auswärtserfolg der Saison. „Der Sieg war wichtig, damit wir in der Tabelle klettern können und die Jungs Selbstvertrauen bekommen“, sagte Björn Lindemann. „Dass wir drei Punkte geholt haben, fühlt sich sehr schön an.“
Foto: Jens Doden
Der Verlauf der ersten Halbzeit ist schnell erzählt: Kickers hatte mehr Ballbesitz, konnte sich gegen defensive Gastgeber aber kaum Chancen erspielen. Die besten Möglichkeiten besaß Nick Stepantsev mit zwei Freistößen, die jeweils knapp links am Bremer Kasten vorbeiflogen (9./11.). „Wir haben Ball und Gegner gut laufen lassen. Im letzten Drittel fehlte die Entschlossenheit“, so Lindemann. „Trotzdem hatte ich in der Pause ein gutes Gefühl.“
Was der Emder Coach nach Wiederbeginn sah, konnte ihm zunächst nicht gefallen. Torhüter Luca Petzold verhinderte im direkten Duell mit Franz Kleiner das 1:0 für die Bremer (49.). Wenig später wehrte der heimische BSV einen Eckball von Marvin Benjamins ab - und nutzte den Ballgewinn für einen Konter. Bastian Redecker ließ sich nicht aufhalten und traf per Flachschuss ins lange Eck zur Führung (56.). „Mit dem Rückstand wurde es ganz eklig, weil der Bremer SV sein Spiel durchziehen konnte“, sagte Lindemann. „Sie waren gut in den Zweikämpfen und haben die Emotionen hochgehalten.“
Foto: Jens Doden
Die Emder ließen sich nicht beirren und erarbeiteten sich Chancen durch Peer Mahncke (63.) und Luc Ihorst (72.). Kurz darauf läutete Kojic mit seinem Volleyschuss eine spektakuläre Schlussphase ein. Das sehenswerte 1:1 (75.) war der erste von vier Treffern innerhalb von zehn Minuten. Ihorst nutzte eine Mengot-Flanke per Kopf (81.) und musste nach Querpass von Matti Tjaden nur noch einschieben (83.). Nach einem Freistoß von Vedat Tunc beförderte Denis Koldzic die Kugel zum 2:3 aus Bremer Sicht über die Linie (85.).
„Die Jungs haben das Ding gedreht. Das war auch verdient“, sagte Lindemann nach dem zweiten Saisonsieg. „Am Ende mussten wir noch mal zittern. Das ist noch nicht der Weg, den wir uns vorstellen, aber daran werden wir weiter arbeiten.“
