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Foto: Jens Doden

Regionalliga
Sonntag, 30.08.2026 10:17 Uhr | Ingo Poppen

1:1 - Kickers verpasst Heimsieg gegen Hannover

Emder Führung durch ein Eigentor / Ausgleich per Elfmeter in der 86. Minute

Der Frust war nach dem Abpfiff groß. Die Fußballer von Kickers Emden fühlten sich zum zweiten Mal innerhalb von vier Tagen wie im „falschen Film“. Zum zweiten Mal standen die Ostfriesen nach einem Platzverweis für den Gegner in Überzahl auf dem Feld. Zum zweiten Mal führten sie bis in die Schlussphase. Und zum zweiten Mal kassierten sie in der 86. Minute den Ausgleich.

Auf das 3:3 im Derby bei Atlas Delmenhorst folgte am Samstag ein 1:1 gegen die U23 von Hannover 96 - und die Laune bei Kickers passte sich dem verregneten Wetter im Ostfriesland-Stadion an. Nach dem zweiten Remis in Folge treten die Emder (6 Punkte) in der Tabelle auf der Stelle. „Es ist schwer, Worte dafür zu finden“, sagte Trainer Björn Lindemann. „Wir haben wieder wie der Sieger ausgesehen, uns aber wieder nicht belohnt.“

Foto: Jens Doden

Die Emder gingen durch ein kurioses Eigentor in Führung. Nach einer Flanke des Kickers-Japaners Toshiaki Miyamoto traf der 96-Japaner Asuma Ikari die Kugel bei seinem Klärungsversuch per Kopf so unglücklich, dass sie in Richtung des eigenen Tores holperte. Schlussmann Jonas Schwanke wollte den Ball aufnehmen, ließ ihn aber zum 1:0 für Kickers durch die Arme rutschen (72.).

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Zu diesem Zeitpunkt spielten die Gäste bereits seit rund zehn Minuten in Unterzahl. Hannovers Karl Steinmann hatte nach einem Zweikampf mit Ayukayoh Mengot nachgetreten und von Schiedsrichter Florian Lisiak (Kronshagen) die Rote Karte gesehen (61.).

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Die Hoffnung auf den zweiten Kickers-Heimsieg im dritten Spiel währte aber nur bis zu jener 86. Minute. Da traf Tim van den Heuvel per Foulelfmeter zum 1:1. Zuvor hatte der Unparteiische nach einem Zupfer von Ole Kühling gegen Denis Husser auf den Punkt gezeigt. „Am Ende müssen wir sogar froh sein, dass wir nicht noch verloren haben“, sagte Lindemann. Der Emder Coach meinte damit die letzte Großchance der Partie: Rafael Martins Marques scheiterte in der dritten Minute der Nachspielzeit aus zwölf Metern am herausragend reagierenden Luca Petzold im Kickers-Kasten.

„Wir haben heute wieder einen Schritt nach vorne gemacht“, so Lindemann. „Die Mannschaft hat deutlich besser verteidigt als zuvor und nicht so viele Gegentore kassiert.“ Die Emder ließen gegen den Tabellenvierten in der ersten Hälfte nur eine Torannäherung zu: Ein Freistoß von Levent Aycicek flog über die Latte (31.).

Viele Chancen gab es in der ersten Hälfte aber auch für Kickers nicht. „Hannover hat es gegen unsere Offensivspieler sehr gut gemacht. Die Jungs hatten es wirklich schwer“, sagte Lindemann. Die besten Möglichkeiten vergaben Nick Stepantsev, der nach einer guten Kombination über Luc Ihorst und Theo Schröder per Kopf an Schwanke scheiterte (12.), und Jamil Najjar. Einen Distanzschuss des 22-Jährigen wehrte der 96-Keeper ebenfalls ab (23.). Zudem wäre Giordinelo Meulens nach einer Schröder-Hereingabe beinahe ein Eigentor unterlaufen (22.).

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Zu Beginn von Halbzeit zwei häuften sich die Kickers-Gelegenheiten. Schröder (47./51.) und Stepantsev (50.) zielten drüber oder vorbei, ehe Schwanke einen Najjar-Kopfball parierte (53.). Die beste Möglichkeit zur Führung besaß Ihorst, der aus spitzem Winkel nur den rechten Pfosten traf (59.). Kurz darauf köpfte Kühling eine Stepantsev-Ecke knapp über den Kasten (60.).

Nach dem Platzverweis für Steinmann (61.) verfehlten Mengot (68.) auf der einen und Meulens (71.) auf der anderen Seite das Ziel jeweils per Kopf. Es folgte das Slapstick-Eigentor von Ikari, der nach dem Patzer seines Keepers auf die Knie sackte und die Hände vors Gesicht schlug (72.).

Ihorst hätte zehn Minuten später für das 2:0 sorgen können, entschied sich im Strafraum aber für einen Querpass, der nicht bei Schröder ankam (82.). So blieben die dezimierten Gäste weiter in der Partie - und kamen nach dem Elfmeterpfiff tatsächlich zurück. „Es wird Tage geben, an denen wir so ein Spiel gewinnen werden“, sagte Björn Lindemann. „Mit dem 1:1 müssen wir jetzt umgehen. Es geht immer weiter.“