Schröder-Doppelpack beim Emder 3:2 gegen den HSV II
Kickers-Stürmer hatte großen Anteil am ersten Heimsieg / Frühe Führung durch Stepantsev
Für Theo Schröder war der Arbeitstag nach 65 Minuten beendet. Bei seiner Auswechslung holte sich der Doppeltorschütze den Applaus des Publikums ab. Zu diesem Zeitpunkt führte Kickers Emden mit 3:0 gegen die U21 des Hamburger SV. Ein entspannter Feierabend war dem 24-Jährigen auf der Ersatzbank aber nicht vergönnt: In den Schlussminuten wurde es noch einmal anstrengend. Der Nachwuchs der Rothosen kam durch zwei Tore innerhalb von knapp vier Minuten auf 3:2 heran (83./87.). „Da ist uns das Herz kurz in die Hose gerutscht“, sagte Schröder. „Ich habe nur gedacht: ‚Bitte nicht‘.“
Nach mehr als 94 Minuten war die Partie vorbei - und die Erleichterung bei den Ostfriesen groß. „Am Ende haben es die Jungs gut wegverteidigt und zum Glück die drei Punkte eingetütet“, so Schröder. Das Team feierte nach dem Abpfiff mit den Fans im Ostfriesland-Stadion den ersten Heimsieg im ersten Spiel - dank eines Blitzstarts und Doppeltorschütze Schröder.
Nick Stepantsev hatte bereits nach 106 Sekunden für das 1:0 gesorgt. Nach einem Ballgewinn von Schröder in der eigenen Hälfte schalteten die Emder schnell um. Stepantsev bediente Luc Ihorst, der die Kugel im Strafraum zu Bent Andresen weiterleitete. Dessen Querpass schob Stepantsev zur Führung über die Linie (2.).
Foto: Jens Doden
Kickers blieb auf dem Gaspedal, Matti Tjaden traf mit einem abgefälschten Schuss nur das Außennetz (11.). Nach einer Rettungstat von Fabian Herbst im eigenen Strafraum hatte Stepantsev die Chance auf sein zweites Tor. Sein Abschluss war aber kein Problem für den Hamburger Torwart Colin Poppelbaum (13.). Für die nächste Emder Schrecksekunde sorgte HSV-Kapitän Joonas Frenzel, der per Kopf die Latte traf (14.).
„Wir sind gut reingekommen, hatten danach aber eine Phase mit ein bisschen Leerlauf“, sagte Kickers-Trainer Björn Lindemann. Seine Mannschaft erhöhte aber noch vor der Pause das Tempo. Ihorst versuchte es mit einem Kunstschuss aus spitzem Winkel, scheiterte aber an Poppelbaum (40.). Herbst köpfte die Kugel im Fallen an die Latte (41.). Sekunden später war der Ball dann drin: Nach einem weiten Einwurf von Peer Mahncke verlängerte Frenzel unfreiwillig zu Schröder, der mit einem sehenswerten Drehschuss aus zwölf Metern auf 2:0 erhöhte (41.). HSV-Keeper Poppelbaum verhinderte mit zwei Glanzparaden gegen Ihorst (44./45.) weitere Gegentreffer.
Foto: Jens Doden
Den Schwung nahmen die Ostfriesen vor 2700 Zuschauern auch mit in den zweiten Durchgang. Andresen luchste dem erst 16-jährigen Hamburger Abwehrspieler Mikael Baza den Ball im Strafraum ab und legte quer zu Schröder, der per Flachschuss aus elf Metern für das 3:0 sorgte (52.). Es war bereits sein dritter Treffer im zweiten Saisonspiel. „Für einen Stürmer fühlen sich Tore einfach gut an“, sagte Schröder. „Aber ich werde jetzt nicht abheben. Ich will in jedem Spiel meine Leistung abrufen und einfach weitermachen.“
Im neuen Spielsystem der Emder mit Luc Ihorst als einziger echter Spitze agierte der 24-Jährige am Freitagabend gemeinsam mit Stepantsev im offensiven Mittelfeld. „Ich musste mich ein bisschen daran gewöhnen, glaube aber schon, dass es mir zugute kommen kann“, so Schröder. „Luc macht die Bälle überragend fest, ich kann mit Tempo in die Tiefe gehen - das kann schon ein gutes Mittel sein.“
Beinahe wäre Schröder sogar noch sein drittes Tor gelungen, doch der überragende HSV-Schlussmann Poppelbaum lenkte seinen Schuss über die Latte (59.). Auch bei zwei Abschlüssen des für Schröder eingewechselten Semin Kojic war Poppelbaum zur Stelle (71./82.).
Foto: Jens Doden
Mit einem weiten Abschlag leitete der Keeper dann sogar noch das 3:1 durch HSV-Joker Radin Amadou ein (83.). Nach dem Anschlusstor durch Finn Barkowsky, der aus 22 Metern traf, begann bei den Emdern das große Zittern (87.). „Dieses Schwitzen am Ende braucht keiner mehr“, sagte Björn Lindemann. „Die Jungs waren nicht konzentriert genug, haben einen Gang zurückgeschaltet“, so der Kickers-Trainer. „Das nervt, ist aber auch ein Lerneffekt. Man sieht, dass wir noch am Anfang sind und einen langen Weg vor uns haben.“ Der Emder Coach sah aber auch positive Aspekte. „Wir haben zwischendurch auch einen guten Ball gespielt. Am schönsten sind heute die drei Punkte vor einer tollen Kulisse.“
Das fand auch der Mann des Abends. „Wir haben über 80 Minuten ein gutes Spiel gemacht“, sagte Theo Schröder. „Natürlich müssen wir es cleverer und klarer zu Ende bringen, aber dahin werden wir noch kommen.“ Im besten Fall schon am Mittwoch, wenn Kickers bei Eintracht Norderstedt antritt (19 Uhr).
