„Müssen weiter Lust auf Tore haben“
Felix Göttlicher tritt mit Kickers am Mittwochabend bei seinem Ex-Verein Hannover 96 II an
Wenn man einen Blick auf die Statistiken von Felix Göttlicher wirft, wird schnell deutlich, welche Bedeutung der Innenverteidiger in dieser Saison für Kickers Emden hat. 27 Mal stand der 24-Jährige im Kader, 25 Partien bestritt er von Beginn an. In 23 Spielen stand „Götti“ von der ersten bis zur letzten Sekunde auf dem Feld, wurde zweimal aus- und einmal eingewechselt. Kurz zusammengefasst: Göttlicher, der sein Debüt am vierten Regionalliga-Spieltag beim 3:2-Sieg gegen Weiche Flensburg gegeben hatte, entwickelte sich in Ostfriesland schnell zum Leistungsträger.
Der 27. Einsatz im Kickers-Trikot wird für ihn eine kleine Reise in die Vergangenheit: Die Emder treten am Mittwochabend zum Nachholspiel bei der U23 von Hannover 96 an (18 Uhr). „Die Vorfreude ist auf jeden Fall da“, sagt Göttlicher, der im August 2025 von der 96-Reserve zu Kickers gewechselt war. Für die Hannoveraner absolvierte der Abwehrmann in der vergangenen Drittliga-Saison nur sieben Spiele (fünfmal Startelf). „Sportlich gesehen war es für mich eine katastrophale Zeit“, sagt er. „Dennoch konnte ich mich mental und menschlich weiterentwickeln.“
Foto: Jens Doden
Nun also kehrt er für 90 Minuten ins Eilenriedestadion zurück. „Es ist schön, alte Bekannte wiederzusehen – aber im Fokus stehen das Spiel und unser Erfolg.“ Das Ziel ist klar: Nach zuletzt vier Siegen in Folge wollen die Emder (9. Platz, 44 Punkte) ihre Serie fortsetzen und näher an Hannover (Rang 5, 50 Zähler) heranrücken. „Um das zu schaffen, müssen wir defensiv genauso diszipliniert sein wie in den letzten Spielen“, so Göttlicher. „Zudem ist es wichtig, dass wir unsere Lockerheit in der Offensive beibehalten und weiter Lust auf Tore haben.“
Ihre Treffsicherheit stellten die Ostfriesen zuletzt eindrucksvoll unter Beweis: 14 Treffer gelangen in den vergangenen vier Spielen – macht im Schnitt 3,5 Tore pro Partie. Zum Vergleich: Bei den vorangegangenen Niederlagen beim Bremer SV, Phönix Lübeck und gegen St. Pauli II stand jeweils die Null in der Kickers-Offensive. Für Felix Göttlicher ist klar, was die Mannschaft in letzter Zeit wieder so stark macht: „Es war entscheidend, dass wir zu den Basics zurückgekehrt sind und diese Dinge erst mal richtig gemacht haben“, sagt er. „Im Heimspiel gegen Werder Bremen II haben wir wieder eine gewisse Leichtigkeit und Freude in unser Spiel bekommen.“
Foto: Jens Doden
Ähnliches lässt sich auch über den kommenden Gegner sagen – denn der 96-Nachwuchs bezwang die Bremer am Samstag deutlich mit 5:1. Zwei Tore steuerte mit Tom Hobrecht auch der treffsicherste Hannoveraner in dieser Spielzeit bei. Der 19-jährige Stürmer erzielte in 30 Partien bereits 16 Tore – allein elf davon in den vergangenen acht Spielen. Es kommt also Arbeit zu auf Göttlicher und seine Teamkollegen. „Hannover wird ein intensives, hohes Pressing spielen und versuchen, so früh wie möglich den Ball zu gewinnen, um sofort umzuschalten und zum Abschluss zu kommen.“
Kickers geht die drittletzte Aufgabe der Saison dennoch selbstbewusst an. „Ich möchte diese drei Spiele noch mal gemeinsam mit der Mannschaft genießen“, sagt der 24-Jährige. „Und natürlich so viele Siege wie möglich feiern.“ Und bei der Rückkehr zu seinem Ex-Verein vielleicht noch an einer seit Monaten unveränderten Statistik schrauben – denn den letzten seiner vier Saisontreffer erzielte der torgefährlichste Abwehrspieler der Emder am 11. Oktober 2025.
