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Foto: Jens Doden

Regionalliga
Mittwoch, 26.08.2026 23:48 Uhr | Ingo Poppen

2:0, 2:3, 3:3 - Derby-Spektakel zwischen Kickers und Atlas

Emder drehen Rückstand und kassieren Ausgleich in Überzahl

Luc Ihorst war nah dran am Titel ,Mann des Abends‘. Der Stürmer von Kickers Emden hatte mit zwei Toren und einer Vorlage dafür gesorgt, dass die Ostfriesen einen 0:2-Rückstand im Derby bei Atlas Delmenhorst gedreht hatten. Kurz nach seinem Treffer zum 3:2 (79.) sah Atlas-Akteur Fin Tiedeken die Gelb-Rote Karte (82.). Kickers brachte die knappe Führung in Überzahl aber nicht über die Zeit: Delmenhorsts Innenverteidiger Yegor Melenivskyi traf mit einem sehenswerten Schuss in den Winkel zum 3:3 (86.). Es war der Schlusspunkt eines spektakulären Derbys mit sechs Toren, zwölf Gelben Karten, einem Platzverweis, einem verschossenen Elfmeter und mehreren hitzigen Szenen.

„Das ist einfach enttäuschend“, sagte Ihorst. „Wir haben nach dem Rückstand wieder mal eine gute Mentalität gezeigt, schaffen es aber nicht, uns dafür zu belohnen.“ Statt einen Derbysieg mit den mitgereisten Kickers-Fans zu feiern, mussten sich die Emder mit einem Punkt begnügen. „Die Partie war ein Spiegelbild unserer bisherigen Saison, es ging auf und ab“, so Trainer Björn Lindemann. „Insgesamt geht das Ergebnis aber in Ordnung.“

Ihorst hätte für den perfekten Start aus Emder Sicht sorgen können. Nach einem Foul von Alejo Sanchez Romero am Stürmer gab es Elfmeter. Der Gefoulte trat selbst an – und scheiterte an Atlas-Torhüter Damian Schobert (20.). Kurz darauf gab es die erste Rudelbildung der Partie. Schobert und Emdens Kapitän Peer Mahncke waren nach einem Luftzweikampf im Fünfmeterraum aneinandergeraten. Beide sanken nach einem angedeuteten Kopfstoß zu Boden. Schiedsrichter Julian Bergmann (Osnabrück) zeigte beiden die Gelbe Karte (23.).

Foto: Jens Doden

Die Gastgeber nutzten ihre beste Phase der Partie schließlich zur Führung. Tobias Fagerström traf zum 1:0 (32.), Steffen Rohwedder legte nur drei Minuten später nach. Eine Flanke des Ex-Emders André N’Diaye köpfte Rohwedder zum 2:0 ins Netz (35.). Die Antwort der Ostfriesen ließ bis in die Nachspielzeit der ersten Hälfte auf sich warten: Ein weiter Einwurf von Mahncke wurde von Jubes Ticha verlängert und landete bei Theo Schröder, der gekonnt zu Ihorst durchsteckte. Der 26-Jährige traf in Torjäger-Manier aus fünf Metern zum 2:1 (45.+4).

Nach dem Seitenwechsel hatte Marcel Raßmann das 3:1 auf dem Fuß, doch Kickers-Keeper Luca Petzold verhinderte den Gegentreffer mit einem starken Reflex (56.). Neun Minuten später stand es 2:2. Ihorst hatte sich den Ball an der Mittellinie erkämpft und zum eingewechselten Matti Tjaden durchgesteckt. Der Joker traf aus spitzem Winkel zum umjubelten Ausgleich (65.).

Foto: Jens Doden

Aus Emder Sicht wurde es aber noch besser. Nach Kopfballvorlage von Semin Kojic setzte sich Ihorst am Strafraum gegen zwei Delmenhorster durch und ließ auch Schobert im Kasten keine Chance – 2:3 (79.). Nachdem sich der eingewechselte Tiedeken mit zwei Gelben Karten innerhalb von fünf Minuten wieder vom Rasen verabschiedet hatte, sah alles nach einem Derbysieg für Kickers aus. Doch dann traf N’Diaye aus dem Gewühl heraus die Latte. Den Abpraller nahm Melenivskyi mit der Brust an und jagte die Kugel zum 3:3 in den Winkel (86.). „Wir haben geführt, waren in Überzahl – und schaffen es nicht, das Ergebnis über die Zeit zu bringen“, sagte Ihorst. „Das fühlt sich absolut wie eine Niederlage an.“