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Foto: Jens Doden

Regionalliga
Freitag, 06.11.2026 | Ingo Poppen

1:1 - Emder „Lübeck-Fluch“ geht weiter

Kickers gewann zuletzt 1998 gegen den VfB / Ihorst gleicht frühen Rückstand aus

Der „Lübeck-Fluch“ von Kickers Emden ist um ein Kapitel reicher. Die Ostfriesen mussten sich im letzten Hinrundenspiel gegen den VfB am Freitagabend mit einem 1:1 begnügen. Damit verlängerten sich zwei Sieglos-Serien: Der letzte Emder Erfolg gegen Lübeck gelang am 15. Februar 1998 - damals gab es ein 2:1 im Stadion an der Lohmühle. Das dritte Kickers-Remis in den vergangenen vier Spielen war zudem die sechste Partie ohne Sieg.

„Es ist schade, wir hätten gerne gewonnen“, sagte Kickers-Trainer Björn Lindemann. Vor 1750 Zuschauern im Ostfriesland-Stadion geriet seine Mannschaft früh in Rückstand. Nach einem geblockten Befreiungsschlag von Ole Kühling landete der Ball bei Lennard Heiduck, der Torhüter Luca Petzold aus kurzer Distanz keine Chance ließ - 0:1 (9.). „Durch so einen Ping-Pong-Ball in Rückstand zu geraten, war unglücklich“, so Lindemann. Sein Team war anschließend um Spielkontrolle bemüht, zwingende Chancen gab es aber nicht. „Das war so ein bisschen Altherren-Fußball im letzten Drittel“, sagte Lindemann. „Uns hat die Zielstrebigkeit gefehlt.“

Foto: Jens Doden

Die beste Möglichkeit vergab Luc Ihorst, der nach einer Freistoß-Hereingabe von Moritz Busch per Kopf an VfB-Keeper Finn Böhmker scheiterte (45.). Die Gäste hätten zuvor ihren zweiten Treffer erzielen können, Ware Pakia konnte ein tolles Solo dank starker Petzold-Parade jedoch nicht krönen (24.).

96 Sekunden nach dem Seitenwechsel wurde einer der schönsten Spielzüge der Partie mit dem Ausgleich belohnt. Einen tiefen Ball des zur Pause eingewechselten Jamil Najjar leitete Ibrahim Touray direkt weiter zu Sandro Plechaty, dessen scharfe Hereingabe Ihorst aus fünf Metern nur noch über die Linie drücken musste - 1:1 (47.). „Es war eine super Aktion“, sagte Lindemann. „Wir haben schnell gespielt, die Tiefe gesucht und sind belohnt worden.“

Foto: Jens Doden

Kurz nach dem 15. Saisontreffer des Torjägers forderten die Emder dann Elfmeter, weil Ihorst nach einem Zweikampf mit Elario Ghassan im Strafraum zu Boden ging (51.). Schiedsrichter Rene-Alexander Rode (Wolfenbüttel) bewertete den Armeinsatz des Lübeckers jedoch als regelkonform und ließ die Partie weiterlaufen.

Kickers blieb in der Phase weiter am Drücker und besaß zwei gute Chancen zum 2:1. Ein Schuss von Nick Stepantsev flog links am Kasten vorbei (55.). Nach guter Vorarbeit von Touray ließ Plechaty mehrere Lübecker aussteigen, zielte aus 13 Metern aber auch knapp links vorbei (58.). „Hätte Sandro in der Szene getroffen, wäre das Spiel in unsere Richtung gekippt“, so Lindemann.

Es blieb beim 1:1 - und zwar bis zum Schlusspfiff. Während Emmanuel Appiah nach einem Lübecker Konter aus spitzem Winkel das lange Eck verfehlte (75.), faustete VfB-Schlussmann Böhmker einen gefährlichen Plechaty-Freistoß weg (87.). „Insgesamt hat uns die Überzeugung gefehlt, weitere Chancen zu erzwingen“, sagte Björn Lindemann. So setzte sich der „Lübeck-Fluch“ für Kickers Emden auch im 15. Spiel in Serie fort.