0:4 - Kickers verliert Derby, Mahncke und Herbst
Deutliche Niederlage beim VfB Oldenburg / Zwei Platzverweise für Emder Defensivspieler
Bitterer Derby-Nachmittag für die Regionalliga-Fußballer von Kickers Emden. Die Ostfriesen verloren das Prestigeduell beim VfB Oldenburg mit 0:4. Außerdem muss Kickers-Trainer Björn Lindemann in der kommenden Partie gegen Phönix Lübeck auf die gesperrten Peer Mahncke und Fabian Herbst verzichten. Mahncke sah nach 55 Minuten die Gelb-Rote Karte. Es folgte eine Rudelbildung an der Seitenlinie, an deren Ende der bereits ausgewechselte Emder Kapitän die Rote Karte erhielt (56.).
„Ich äußere mich selten zu Schiedsrichter-Entscheidungen“, sagte Lindemann. „Aber ich finde, dass er das Spiel heute in eine Richtung gelenkt hat, die nicht sein darf.“ Der Emder Coach spielte damit auf den Platzverweis von Mahncke an. Unmittelbar nach einem Zweikampf zwischen Mahncke und Vjekoslav Taritas foulte Jannes Warnken den Oldenburger. Der Unparteiische Benjamin Schmidt (Laatzen) zeigte aber nicht Warnken Gelb, sondern dem bereits fünf Minuten zuvor verwarnten Mahncke. „Da hatte der Schiedsrichter wohl einen Blackout“, so Lindemann. „Er hat ohnehin sehr kleinlich gepfiffen.“
Foto: Jens Doden
Dem Gespann um Schiedsrichter Schmidt unterlief wenig später die zweite Spielerverwechslung. So sah Herbst nach der Rudelbildung am Spielfeldrand die Rote Karte, obwohl er nicht an der Entstehung der Rangelei vor der Ersatzbank des VfB beteiligt war.
Dass der Kickers-Kapitän zu diesem Zeitpunkt nicht mehr auf dem Platz stehen konnte, lag an einer Szene in der Anfangsphase. Bei einer Rettungstat blieb der 26-Jährige mit einem Knie im Rasen hängen und verletzte sich an den Adduktoren. Das besondere Derby für den Oldenburger im Kickers-Trikot war somit schon nach 20 Minuten beendet.
Foto: Jens Doden
Foto: Jens Doden
Die Emder besaßen vor 4347 Zuschauern im Marschwegstadion die erste Chance, doch Luc Ihorst konnte den Ball nach einer Hereingabe von Semin Kojic nicht kontrollieren (9.). Auf der Gegenseite verhinderte BSV-Torhüter Luca Petzold gegen Facklam das erste Gegentor (10.). Ein Schuss von Nick Otto strich zudem knapp am Kasten vorbei (14.).
In der 28. Minute hatte Bogdan Shubin das 1:0 für die Ostfriesen auf dem Fuß, zielte aus fünf Metern aber über das VfB-Gehäuse. Wenig später wehrte Oldenburgs Schlussmann Jhonny Peitzmeier einen Schuss von Theo Schröder ab (34.).
Foto: Jens Doden
Nachdem Facklam erneut an Petzold gescheitert war (36.) und einen Abseitstreffer erzielt hatte (40.), durften die VfB-Fans Sekunden später endgültig jubeln: Eine Eckball-Hereingabe von Taritas köpfte Dominik Kaiser zur 1:0-Pausenführung ein (41.).
„Wir sind gut aus der Kabine gekommen und hatten unsere Aktionen“, sagte Kickers-Coach Lindemann. „Aber dann macht der Schiri das ganze Ding kaputt.“ Es folgten das Foul von Warnken, Gelb-Rot für Mahncke, Rot für Herbst - und vier Minuten später das 2:0 für den VfB. Facklam traf nach Pröger-Flanke per Kopf und sorgte gegen dezimierte Emder für die Vorentscheidung (60.).
„Danach haben es die Jungs weiter gut gemacht, Gas gegeben und alles reingehauen. Da kann ich niemandem einen Vorwurf machen“, so Lindemann. Die größte Gelegenheit auf den Anschluss vergab Michael Igwe, dessen Kopfball knapp rechts am Tor vorbeistrich (87.). „Wenn wir da treffen, kann es noch mal richtig eklig für den VfB werden“, sagte Lindemann.
Es kam anders, denn die Gastgeber bauten das Ergebnis in der Nachspielzeit mit zwei Jokertoren noch aus. Leon Demaj staubte nach einem Konter zum 3:0 ab (90.+3), Rafael Brand erzielte mit einem Flachschuss aus 16 Metern den 4:0-Endstand (90.+4). „Nach dem dritten müssen wir uns cleverer anstellen, damit das vierte erst gar nicht fällt.“
Nach dem ersten Spiel in dieser Saison, in dem seine Mannschaft keinen eigenen Treffer erzielte, dachte der Trainer bereits an das kommende Heimspiel gegen Phönix Lübeck (Samstag, 18 Uhr, Ostfriesland-Stadion). „Der Druck nach oben ist weg, wir müssen ein bisschen nach unten gucken“, sagte Björn Lindemann, der gegen das nächste Topteam auf die erfahrenen Herbst und Mahncke verzichten muss. „Dann spielen wir halt wieder ,Jugend forscht’, das ist kein Problem“, so Lindemann. „Wir wollen wieder Punkte sammeln und den nächsten Sieg einfahren.“
